Grußwort zum KAB-Diözesanverbandstag 24./25. Mai in Karlsruhe

Sehr geehrte Frau Baur, sehr geehrte Herren Prof. Schweizer, Meier, Bergemann,
sehr geehrte Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Diözesanverbandstags der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung,
herzlich willkommen in Karlsruhe.

Erlauben Sie mir, Ihnen als Erstes zum Motto Ihres Verbandstages zu gratulieren.
Ja, genau darum geht es in einer Gesellschaft, die mehr sein will als eine Summe von Egoismen: Solidarit
ät, die immer wieder neu gestaltet und weiter entwickelt werden muss in einer Welt der globalisierten Märkte, des mit Wettbewerb begründeten Drucks auf soziale und ökologische Standards, und der Bedrohung durch die Entwicklung von Technologien, vor denen der Einzelne sich nicht mehr schützen und die ganze Gesellschaften im Zweifel nicht beherrschen können.

 Auch Solidarität muss immer weiter gedacht werden. Wir greifen heute mit unserem Tun so tief in die Handlungsmöglichkeiten von Menschen weit weg von uns oder lange nach uns ein - die Konsequenzen dieses Tuns zu bedenken, ist der Kern des heute so oft gehörten Begriffes Nachhaltigkeit.

 Ich möchte die Gelegenheit heute nutzen und Sie als Kirche um Unterstützung bitten bei einer Aufgabe von unvergleichbarer Reichweite, bei der es darum geht, die uns nachfolgenden Generationen vor einer menschengemachten Gefahr zu schützen. 
Ich rede von der Aufgabe der Entsorgung des Atommülls, der für eine Million Jahre sicher vor der Biosphäre verwahrt werden muss.

 Wie Sie vielleicht wissen, hat der deutsche Bundestag einen Neuanfang in dieser hochkritischen Problematik beschlossen. Eine in ganz Deutschland stattfindende Suche soll den im Vergleich bestgeeigneten Standort für ein Endlager für den hochradioaktiven Müll finden. Eine Kommission aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik soll in den nächsten zwei Jahren die Grundlagen und Kriterien des Verfahrens festlegen. Diese Kommission hat am vergangenen Donnerstag ihre Arbeit aufgenommen. Ihre Verantwortung ist hoch, ihr Erfolg ungewiss. Scheitert sie, wird der Umgang mit dem Atommüll sich an anderen Maßstäben orientieren als an dem der höchstmöglichen Sicherheit.

Worum bitte ich Sie nun: Wir brauchen eine gesellschaftliche Debatte über die Aufgabe der Entsorgung des Atommülls. Es ist eine Aufgabe, die uns alle angeht, und die uns, falls sie schlecht erledigt wird, alle betrifft. Uns und mehr noch unsere Nachkommen. Politik kann diese Debatte nicht allein organisieren. Schon deshalb nicht, weil viele falsche Entscheidungen der Vergangenheit - ich nenne beispielhaft Asse, Morsleben, Gorleben - Misstrauen gegenüber der Politik haben wachsen lassen, was deren Fähigkeit und Bereitschaft zum verantwortungsvollem Umgang mit dem Atommüll betrifft. Der parteiübergreifende Beschluss zur neuen wissenschaftsbasierten Endlagersuche ist deshalb so wertvoll, ebenso das Einsetzen der Kommission.

Aber wir brauchen Hilfe bei der Organisation der gesellschaftlichen Debatte. Die spätere Endlagersuche kann nur gelingen mit einem Höchstmaß an gesellschaftlicher Partizipation. Deshalb muss frühzeitig Interesse geweckt werden an der Thematik.
Dort wo schon Interesse und Engagement besteht, muss das Ziel des Engagements weiterentwickelt werden.

Es ist schwer, aber umso wichtiger, dass es gelingt, Engagement, das heute meist der Verhinderung eines Standorts gilt, auszuweiten auf das übergreifende Ziel der landesweiten Suche nach dem bestgeeigneten Standort. Also eine Weiterentwicklung von Verantwortungsübernahme und eine Weiterentwicklung von Solidarität.
Kirche k
önnte hier ein wunderbarer Partner sein.

Mit der Bewahrung der Schöpfung verträgt sich die Nutzung der Atomkraft nicht.
Gut, dass wir in Deutschland entsprechend einer gro
ßen gesellschaftlichen Mehrheit parteiübergreifend beschlossen haben aus der Atomkraft auszusteigen.
Aus dem Atommüll aber kann man nicht aussteigen. Er bleibt der Erde fü
r unzählige Jahrhunderte.

Helfen Sie uns, mit dieser fast nicht zu tragenden Verantwortung der Schöpfung und den nachfolgenden Generationen gegenüber bestmöglich umzugehen. Tragen Sie eine Debatte darüber auch auf Ihren Veranstaltungen und Verbandstagen ins Land.
Es ist Solidarität mit denen, die nach uns kommen.

Für heute und morgen wünsche ich Ihnen allen eine erfolgreiche Tagung, bereichernde Begegnungen und Wohlfühlen in Karlsruhe.
Eine gute Zeit!

 24.5.2014 Karlsruhe, Sylvia Kotting-Uhl MdB


Liebe Gäste des Diözesanverbandstags,

ich freue mich sehr, heute hier in Karlsruhe-Durlach zu sein und bedanke mich sehr herzlich für die Einladung.

„Solidarität neu gestalten“ ist das Motto dieses Verbandstags und das finde ich ein gutes und wichtiges Motto. Solidarität muss neu gestaltet und gestärkt werden – für Schwach und Stark, für Mann und Frau, für Alt und Jung. Als familienpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag und vor allem als junge Mutter setze ich mich ganz besonders für Solidarität und Unterstützung für junge Eltern und junge Familien ein. Ich selbst habe mich entschlossen, relativ früh nach der Geburt wieder zu arbeiten – und mich sogar auf die zeitraubende Arbeit als Landtagsabgeordnete einzulassen. Wie tausende andere Eltern in diesem Land versuche ich, den Balanceakt zwischen Beruf und Familie zu meistern, immer mit dem Anspruch, dass das eigene Kind nicht zu kurz kommen darf.

Um diesen Balanceakt zu schaffen, plädiere ich für den Dreiklang aus mehr Zeit, finanzieller Unterstützung und besserer Infrastruktur. Ich sehe es als eine unserer zentralen politischen Aufgaben, Familien die Rahmenbedingungen zu bieten, die sie brauchen. Die Politik hat die Aufgabe, jungen Familien unter die Arme zu greifen und ihren Teil dazu beizutragen, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gelingt. Wichtig ist mir dabei die immer Frage nach dem Ziel unserer Politik. Was wollen wir eigentlich verändern und was wollen wir erreichen? Und vor allem: Wofür und mit welchem Zweck wollen wir Familien unterstützen? Natürlich haben wir mit der Demographie zu kämpfen. Trotzdem darf das Hauptziel von Familienpolitik nicht sein, um jeden Preis die Geburtenraten zu steigern, sondern Familien ein gut funktionierendes Familienleben zu ermöglichen. Ist das wichtigste in der Familienpolitik nicht schlicht und ergreifend, Familien Freiheiten zu ermöglichen? Die Freiheit, selbst zu entscheiden, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Für diese Freiheit brauchen wir eine gute Kinderbetreuung, die sich am Bedarf ausrichtet, und finanzielle Unterstützung, die Eltern die Möglichkeit gibt, frei entscheiden zu können, wann sich wer um das Kind kümmert.

Besonders bei der Kinderbetreuung – und vor allem, weil ich die Familie als wichtiger empfinde als die Geburtenrate – setze ich deshalb auf Qualität statt Quantität. In Baden-Württemberg haben wir es in den letzten Jahren geschafft, den Betreuungsschlüssel der unter Dreijährigen auf 3,3 Kinder pro Vollzeiterzieherin zu verbessern und liegen damit im Bundesvergleich in der Spitzengruppe (Quelle: SPD-Landtagsfraktion). Wenn wir wollen, dass junge Eltern frei entscheiden, wann sie wieder anfangen zu arbeiten und wie viel, müssen die Alternativen stimmen. Sie müssen das Gefühl haben, ihre Kinder sind gut betreut und haben eine feste Bezugsperson und ein funktionierendes Umfeld. Deshalb ist es wichtig, dass wir nicht nur neue KiTas aufbauen, sondern auch Qualität und niedrige Betreuungsschlüssel sichern.

Nicht nur Mütter haben den Wunsch, Beruf und Familie besser vereinbaren zu können. Immer häufiger sind auch junge Väter auf der Suche nach einer Möglichkeit, die Familie in Einklang mit dem Beruf zu bringen. Deshalb ist es aus meiner Sicht auch ein richtiger Schritt, dass wir auf Bundesebene das sehr erfolgreiche Elterngeld und die Elternzeit reformieren. Mit dem ElterngeldPlus öffnen sich neue Perspektiven für Eltern, die Familie und Beruf partnerschaftlich organisieren möchten. Auch hier im Land, in Baden-Württemberg, hat sich viel getan. Mit dem Projekt familyNET unterstützen wir kleine und mittlere Unternehmen bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wir haben nicht nur den Betreuungsschlüssel verbessert, sondern auch die Betreuungsquote der unter Dreijährigen im Durchschnitt von 15 auf 25 Prozent gesteigert. Wir sind auf einem guten Weg und ich freue mich darauf, noch mehr zu bewegen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

In Zeiten einer leistungsorientierten Gesellschaft braucht es die Anstrengung und Solidarität von uns allen, um junge Paare zu ermutigen, eine Familie zu gründen. Wir müssen jungen Menschen Angebote bieten, mit deren Hilfe eine moderne Familie möglich wird.

Anneke Graner MdL


Grußwort Frau Ortsvorsteherin Alexandra Ries zum KAB-Diözesanverbandstag am 24./25. Mai 2014 in Durlach

Sehr geehrte Damen und Herren,
sehr verehrte Mitglieder des KAB-Diözesanverbandes,

ich freue mich sehr dass der Diözesanverbandstag der katholischen Arbeitnehmerbewegung an diesem Wochenende in Durlach stattfindet und heiße alle Mitglieder und Delegierten herzlich willkommen.
Mit dem Motto ihres Verbandtages „Solidarität neu gestalten", haben Sie sich ein anspruchsvolles und zukunftsweisendes Motto ausgewählt. Solidarität mit den Armen in der Welt und der Gesellschaft zu Hause zieht sich wie ein roter Faden durch die Arbeit der katholischen Arbeitnehmerbewegung. Sie haben es sich immer zur Hauptaufgabe gemacht, sich mit den Benachteiligten zu solidarisieren, wenn es darum geht, für Menschen Anwalt zu sein die an den Rand gedrängt werden. Ohne dieses Engagieren vieler KABler in der deutschen Sozialgeschichte hätten wir heute keine Arbeitslosenversicherung, keine Arbeitsgerichtsbarkeit und auch keine Kranken- und Rentenversicherung. Erziehungszeiten im Rentenrecht und die Pflegeversicherung sind weitere Errungenschaft der der katholischen-sozialen Bewegung. Somit stand immer das Bestreben der KAB, eine solidarische und gerechte Gesellschaft im Vordergrund. In der heutigen Zeit ist so ein Einsatz nicht mehr selbstverständlich. Basis und Grundpfeiler dieser erfolgreichen, sozialen und christlichen Arbeit ist das Engagement der Mitglieder. Deshalb möchte ich mich für die geleistete Arbeit bei allen Ehrenamtlichen herzlich bedanken und wünsche Ihnen für die beiden Tage in Durlach gute Ergebnisse für ein erfolgreiches Handeln in der Zukunft.
Ich freue mich gemeinsam mit Ihnen am Sonntag den Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Peter und Paul feiern zu dürfen und hoffe, dass Sie neben dem Diözesanverbandstag noch ein wenig Zeit finden können, die schönen Seiten unserer Markgrafenstadt ein wenig kennenzulernen bzw. Anregungen zu bekommen, zu einer anderen Zeit unserer Stadt einen Besuch abzustatten.

Alexandra Ries 0rtsvorsteherin